Heute geht es um mein Herzens-Thema. Es geht um das Selbstgespräch oder wie wir im Coaching sagen, den inneren Dialog. Wir alle kennen den inneren Dialog, die Art wie wir mit uns kommunizieren. Sowas läuft ja auf unterschiedliche Art und Weise ab.

Wir urteilen im Kopf über andere, oder fragen uns in Gedanken: “Mein Gott, wie sieht die/der schon wieder aus. Ich sag lieber nichts, hat ja eh keinen Sinn.” Spannend wird es immer dann, wenn uns etwas nicht so gelingen möchte, wie wir es gerne hätten. Wenn du also den Kuchen nicht genauso hinbekommst, wie er im Bild des Rezeptes dargestellt wird, oder wenn die Schraube trotz Qualitätsdübel einfach nicht Halt bieten möchte. In solchen Situationen passieren in der Regel zwei unterschiedliche Reaktionen. Ich nenne sie gerne liebevoll die “Schuld bei anderem Sucher” und die “Schuld bei sich selbst Sucher”.

Der innere Dialog des “Schuld bei anderem Sucher” könnte dann etwa so klingen:
“Verdammt immer wieder falle ich auf deren miese Rezepte herein, die sollten echt die Dinger vorher einmal selbst ausprobieren, dann würden sie selbst sehen, welchen Schrott die hier schreiben. ” oder “Den Maurer, der so eine miese Wand gezogen hat, möchte ich auch mal kennenlernen. Dem würde ich dazu echt was sagen.”

Der innere Dialog des “Schuld bei sich selbst Sucher” könnte dann etwa so klingen:
“War ja mal wieder klar, dass ich den Kuchen nicht hinbekomme. Ich bin einfach zu doof zum Backen. Hätte es vorher schon wissen können.” oder “Jetzt habe ich schon einen Qualitätsdübel in die Wand gedrückt und nicht einmal damit, bin ich in der Lage eine Schraube zu befestigen.”

Erkennst du dich in diesen Statements? Was passiert in dir, wenn einmal etwas nicht so funktioniert wie es funktionieren sollte?
Tatsache ist, so wie du mit dir selbst sprichst, beeinflusst du deine Gefühle und dein Verhalten.

Hierbei ist es gut zu wissen, dass es eben nicht die eigene Dummheit ist, dass einem immer wieder solche Situationen widerfahren.
Vielmehr ist es ein innerer Konflikt, der uns auf etwas hinweisen möchte.
Nur was konkret ist zu tun, damit wir in Situationen, in denen wir Stress empfinden, besser mit uns umgehen?

Zuerst einmal sollten wir uns bewusst machen, dass es sich um Gedanken handelt, die da zu uns sprechen und uns teilweise sehr unter Druck setzen. Beschimpfen wir uns selbst oder werten andere ab, so ändert das nichts an der Situation. Es geht uns damit nur deutlich schlechter.
Ethan Kross ein amerikanischer experimenteller Psychologe und Neurowissenschaftler fand in einer seiner Studien heraus, dass Menschen in Stress-Situationen ruhiger und wesentlich einfacher mit der Konfrontation klarkamen, wenn sie statt dem ich oder mein, ihren eigenen Vornamen oder das du wählten.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen:
Ich Perspektive: Ich habe große Angst nächste Woche beim Vortrag zu versagen.
Du Perspektive: Was ist der Grund warum es Dir so schlecht dabei geht? Was kann Hans gegen die Angst zu versagen unternehmen?

Ich finde das dies ein wundervoller Ansatz ist, allerdings geht er bei weitem nicht tief genug. Wer Friedemann Schulz von Thun kennt, weiß bereits von seinem Modell des inneren Teams. Er beschreibt in seinen Buch “Miteinander reden Teil 3” wie die inneren Anteile auf die Bühne kommen und auch wieder gehen. Manchmal jedoch möchte so ein innerer Anteil nicht mehr von der Bühne und die Führung übernehmen. Hier ist das ICH gefragt, welches dann wieder Ordnung schaffen soll.
Das ist auch ein toller Ansatz, mir geht aber auch das nicht weit genug. Innere Anteile, oder auch innere Kritiker wie sie auch genannt werden, wollen einfach nur helfen, dass deine negativen Glaubenssätze wahr werden. Dabei haben sie alle eine positive Absicht. Ja genau. Wie auch sonst soll etwas, das ein Teil von dir ist schlecht sein? Der Anteil von vorhin der sagte “Ich habe große Angst nächste Woche beim Vortrag zu versagen.” hat eine durchaus positive Absicht.

Er könnte zum Beispiel wollen, dass du dich noch besser vorbereitest um die Inhalte, die du präsentieren möchtest, noch besser verinnerlichst. Oder er möchte dich vor einer weiteren Blamage schützen, weil du vielleicht als Kind mal auf der Bühne ausgelacht wurdest und dich fürchterlich geschämt hast. Es ist die Kunst die positive Absicht herauszufinden, wenn du sie erkannt hast, kannst du wundervoll damit arbeiten.

Hier 5 Tipps, um mit deinen inneren Anteilen gut arbeiten zu können:

1. Gib dem inneren Anteil einen Namen – das schafft Abstand und ermöglicht es dir mit ihm Kontakt aufzunehmen
2. Auf keinen Fall darfst du versuchen sie zu verbannen, sie werden dadurch noch größer und mächtiger
3. Innere Anteile bauchen eine wertschätzende Kommunikation, schließlich haben sie immer auf dich aufgepasst (positive Absicht)
4. Finde die positive Absicht heraus die der innere Anteil hat und überlege dir eine Strategie wie ihr mit der Erkenntnis miteinander klarkommen könnt.
5. Egal was du tust, zum Beispiel sich kurz vor dem Vortrag einfach krankmelden, jage dich nicht in die Rechtfertigung mit der Frage “Warum habe ich das getan?” Frage dich vielmehr: “Wofür habe ich das getan?” Bei einem “Warum suchst du nach Gründen deines Verhaltens. Bei einem “Wofür” hinterfragst du den Sinn deiner Entscheidung.

Gerne unterstütze ich dich dabei

Nico Pirner ist NLP Lehrtrainer und systemischer Coach  in Nürnberg. Neben den Coachings, die online und auch vor Ort stattfinden, bildet er in Nürnberg NLP Basic und Practitioner aus. Er ist Fachbuchautor und hält leidenschaftlich gerne Onlinepräsentationen zu neuen spannenden Themen, rund um das Coaching.
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