Kennst du das Buch “The secret” von Rhonda Byrne? Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen hatte war ich ganz fasziniert. Kurz beschrieben geht es in dem Buch darum, sich sein Ziel sehr genau zu visualisieren und fest daran zu glauben, dass das Universum liefert.  In den meisten Fällen funktioniert das super. Du kannst das gerne selbst ausprobieren. Sehr schön funktioniert das mit der Suche mache einem Parkplatz. Ab sofort stellst du den Wunsch ans Universum, dass für dich immer ein Parkplatz vor dem Haus frei ist. Du wirst sehen in den meisten Fällen bekommst du sofort, oder nach ein paar Minuten, deinen gewünschten Parkplatz vom Universum geliefert. Nur, wie funktioniert das? Zuerst einmal ist dir die Situation “Parkplatz” jetzt ins Bewusstsein gerutscht. Du nimmst sie jetzt schon einmal bewusst wahr. Dein Fokus auf einen freien Parkplatz gerichtet. Immer wenn du einen freien Parkplatz findest, wirst du dich darüber freuen, dass das Universum wieder geliefert hat. Das nennt sich Fokuslenkung. Das ist so, wie wenn du dir ein neues Auto kaufen möchtest. Du möchtest dir einen bestimmten BMW kaufen, wenn du jetzt auf der Straße unterwegs bist, siehst du plötzlich nur noch solche BMW’s fahren. Zumindest ist dies die einfache Form der Fokuslenkung. Es geht noch wesentlich umfangreicher, wenn wir die menschliche Wahrnehmungsfilter betrachten. Hierzu ein Beispiel:

Auf einer Straße fahren zwei Autos hintereinander auf einer Straße als plötzlich ein Hund auf die Fahrbahn läuft. Das vordere Fahrzeug muss daraufhin sehr stark bremsen und es kommt zu einem Auffahrunfall mit dem hinteren Fahrzeug. Die Polizei vernimmt darauf zwei Zeugen, die den Unfall beobachtet haben.

Zeuge 1:
Das hintere Fahrzeug ist eindeutig zu nah auf das vordere Fahrzeug aufgefahren und hat somit nicht den erforderlichen Sicherheitsabstand eingehalten. Dadurch konnte es einfach nicht rechtzeitig bremsen als das arme verstörte Tier auf die Straße lief und das erste Fahrzeug bremsen musste.

Zeuge 2:
Ich verstehe einfach nicht, dass diese Hundebesitzer ihre Köter nicht an die Leine binden können. Der Unfall wäre sonst ja gar nicht erst passiert. Ein Wunder, dass das erste Fahrzeug überhaupt noch rechtzeitig bremsen konnte. Somit hatte das hintere Fahrzeug einfach keine Chance und musste auffahren.

Beide Zeugen haben den selben Unfall beobachtet und doch erzählen sie einen anderen Hergang. Vieles hängt von unseren Wahrnehmungsfiltern ab. Wahrnehmungsfilter sind grundsätzlich schon einmal eine gute Sache. Sie sind sozusagen unsere biologischen Filter. Der Mensch ist in jeder Sekunde unwahrscheinlich vielen Sinneseindrücken und Informationen ausgesetzt. Ohne unsere Filter würden wir mit Sicherheit wahnsinnig werden.

Über unsere Wahrnehmungsfilter:
Generalisieren
Tilgen
Verzerren
werden wir geschützt.

Generalisieren: Einmal die Erfahrung gemacht – für immer wahr
Grundsätzlich eine großartige Sache mit der wir für das Leben lernen. Einmal auf die heiße Herdplatte gefasst ist klar, da wird nicht wieder hin gefasst, und zwar bei keiner heißen Herdplatte mehr. Egal welcher Hersteller oder welche Form das Teil in Zukunft haben wird. Einmal gelernt und sofort auf alle anderen Kontexte umgesetzt. Problematisch wird es nur, wenn ein einmaliges Erlebnis neue Erfahrungen ausschließt. Zeuge 2 hatte vielleicht einmal ein sehr negatives Erlebnis mit einem Hund. Da er nun alle Hunde in die Schublade „Bissig und schlecht“ eingeordnet hat, kommt er gar nicht mehr in die Situation mit einem Hund schöne Momente zu erleben. Bei Zeuge 1 mag das wohl ganz anders gelaufen sein, vielleicht hat er ja auch einen Hund, der ihm viel Freude bereitet.

Tilgen: Nur einen Bruchteil wahrnehmen
Tilgen ist auch ein äußerst positiver Filter. Er ist der Schlüssel für konzentriertes Arbeiten. Je besser wir in der Lage sind äußere Einflüsse zu tilgen, umso besser können wir uns auf etwas bestimmtes konzentrieren. Gutes Tilgen lässt sich trainieren und sorgt dafür, dass wir schneller in den sogenannten Flow kommen. Ich bekomme also immer weniger von meiner Umwelt mit und es gehen Informationen verloren.

Verzerren: Die umgedrehte Wahrheit
Auch die Verzerrung ist an sich ein positiver Filter. Ohne den Filter Verzerrung gäbe es keine Erfindungen und auch die Kunst wäre heute nicht das was sie ist. Jede Weiterentwicklung basiert auf die Verzerrung des Vorhergehenden. Verzerrung wird nur dann problematisch, wenn wir Situationen, Erlebtes und Gelesenes so verzerren, dass sie in unser Weltbild passen. Es ist dann das Ergebnis einer Interpretation das unserem Weltbild entspricht.
Zeuge 2 geht einfach davon aus, dass der Hund absichtlich nicht angeleint war.
Zeuge 1 wiederum glaubt daran, dass alles seine Richtigkeit hat.

Du kannst dir die drei Wahrnehmungsfilter wie ein Mischpult im Kopf vorstellen, dass sich bei jeder Situation neu einstellt.
Ganz bewusst kannst du nun mal den Filter „Generalisieren“ nach unten drehen um aufgeschlossen für bestimmte Themen zu werden. Du kannst bewusst tilgen, um dich besser zu konzentrieren, oder das Tilgen so weit herunterfahren, dass du den Moment wahrnehmen kannst und das was um dich herum passiert. Du kannst die Verzerrung nach unten fahren, um sachlich auf ein Thema zu sehen, oder es voll hochfahren und sehen, wie die Kreativität Einzug hält. Vielleicht entsteht dabei eine neue Sichtweise oder etwas kpl. Verrücktes?
Mit dem bewussten Einstellen der drei Schieberegler in deinem Kopf kannst du deinen Fokus verstärken oder in eine völlig andere Richtung lenken. Du kannst aber auch erkennen, wenn andere Menschen diesen Filtern unterliegen.
Sei es nun bewusst oder unbewusst.

Gerne unterstütze ich dich dabei.

Nico Pirner ist NLP Lehrtrainer und systemischer Coach  in Nürnberg. Neben den Coachings, die online und auch vor Ort stattfinden, bildet er in Nürnberg NLP Basic und Practitioner aus. Er ist Fachbuchautor und hält leidenschaftlich gerne Onlinepräsentationen zu neuen spannenden Themen, rund um das Coaching.
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Buchbeschreibung:
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