Vielleicht kennst du das ja auch? Du möchtest eine neue Fremdsprache lernen oder einfach in deinem neuen Job voll durchstarten. Am Anfang bist du hochmotiviert und freust dich wie verrückt auf die neue Aufgabe. Vor deinem geistigen Auge siehst du Szenen, in denen du wirklich was bewegst. Du bringst deine ganze Erfahrung ein und deine neuen Kollegen freuen sich über die tolle Unterstützung, die sie in dir gefunden haben.

Die erste Woche im neuen Job. Jetzt kommt die Ernüchterung, plötzlich stellst du fest, dass es gar nicht so einfach ist. Die Thematik ist sehr komplex und erfordert ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung. Nach einiger Zeit reagieren deine neuen Kollegen leicht gereizt, weil deren Arbeitsfluss durch deine ständige Fragerei ins Stocken kommt. Du bekommst verschiedene Prozesse erklärt, machst viele Fehler und manchmal weißt du einfach nicht mehr weiter. Vorbei die Zeit in der du in deinen Träumen die Abteilung nach vorne gebracht hast. Wie kommt es zu solchen Abstürzen und gibt es eine Strategie dies zu vermeiden? Darum soll es in diesem Blogartikel gehen.

Joseph O‘Connor und John Seymour entwickelten Anfang der 70er Jahre ein 4-Stufenmodell des Lernens. Demnach durchläuft jeder Mensch, der etwas Neues lernt, die vier Phasen des Lernens. Wenn Du erst verstanden hast, wie das mit den vier Phasen des Lernens läuft, gehst du neue Lernprojekte und Jobs mit einem völlig neuen Mindset an und wirst dadurch erfolgreicher.

 

Die vier Phasen des Lernens.

 

1. Die unbewusste Inkompetenz

In dieser Phase weißt du noch nicht was du nicht weißt. Du fühlst dich euphorisch und bist dir sicher, dass du mit deiner Freude und Motivation in kürzester Zeit dein Ziel erreicht haben wirst.

 

 

2. Die bewusste Inkompetenz

Bauz, Bruchlandung. Jetzt weißt du was du alles nicht weißt und ahnst schon was auf dich zukommt. Plötzlich wird dir bewusst wie komplex das Thema wirklich ist. Du erkennst deine Defizite und weißt nun aber auch wie du daran arbeiten kannst diese zu beseitigen.

3. Die bewusste Kompetenz

Jetzt wird es langsam besser. Vergleichen wir die bewusste Kompetenz mit einer Fahrschule. So würdest du neben deinem Fahrlehrer schon ganz gut Autofahren, allerdings musst du dich extrem konzentrieren, weil die Abläufe (Schulterblick, Blinker setzen etc.) noch sehr neu sind und das Unterbewusstsein sie noch nicht verinnerlicht hat. Diese Phase kostet viel Energie. Im Gegenteil zur bewussten Inkompetenz, siehst du schon einen kleinen Lichtpunkt am Ende des Tunnels.

4. Die unbewusste Kompetenz

Ständiges Üben und ein Maß an Erfahrung bringt uns zu dieser Kompetenzstufe. Plötzlich ist alles in Fleisch und Blut übergegangen und fällt uns zunehmend leichter. Neues wird plötzlich viel einfacher integriert als noch in Kompetenzstufe 2 oder 3. Wir haben den Prozess verinnerlicht und kommen sehr gut damit zurecht. Beim Autofahren nehmen wir in dieser Stufe gar nicht mehr wahr das wir den Blinker setzen oder über die Schulter sehen.

Zu wissen das es diese vier Stufen der Kompetenz gibt, bietet dir einen immensen Vorteil. Jetzt weißt du das die Kompetenzstufe zwei kommen wird und bist darauf vorbereitet. Als Lehrer oder Führungskraft ist dir nun bewusst, dass Schüler und neue Mitarbeiter den Übergang von der Kompetenzstufe zwei auf Kompetenzstufe drei meistern müssen. Jetzt bist du in der Lage zu unterstützen. Neue Mitarbeiter brauchen einen Einarbeitungsplan, um an die neuen Prozesse herangeführt zu werden. Sie brauchen auf keinen Fall Kollegen, die auf ihrer Kompetenzstufe vier verweilen und sich über den neuen Kollegen auslassen, nur weil der in der Kompetenzstufe 2 noch nach Orientierung sucht. Schüler in Phase zwei brauchen Zuspruch und sollten in der Phase motiviert werden weiterzumachen. Schon gar nicht lasse ich das von den Kollegen vorgeschobene Alter gelten. Auch nicht wenn es der oder die Kollegin selbst sagt. Meist ist es einfach nur der Versuch, eine Erklärung zu finden, warum es am Anfang einfach etwas schwerer ist Neues zu lernen.

 

Tipps wie du die Kompetenzstufen für dich nutzen kannst:

1. Gedämpfte Euphorie

Gehe neue Aufgaben realistisch an, somit verringert sich die Fallhöhe.

2. Schaffe Struktur

Lass dich von der Fülle der neuen Informationen in Kompetenzstufe zwei nicht beeindrucken.
Suche dir gezielt Themen heraus, mit denen du zuerst arbeiten möchtest. Siehe auch Blogartikel „Der Faulpelz zwischen den Ohren.“

3. Sei geduldig mit dir selbst

Die Kompetenzstufe 3 kommt auf jeden Fall. Das ist fast schon ein Naturgesetz. Jetzt da du dieses Wissen hast, arbeite geduldig daran und freue dich über jeden Fortschritt.

Nico Pirner ist NLP Lehrtrainer und systemischer Coach  in Nürnberg. Neben den Coachings, die online und auch vor Ort stattfinden, bildet er in Nürnberg NLP Basic und Practitioner aus. Er ist Fachbuchautor und hält leidenschaftlich gerne Onlinepräsentationen zu neuen spannenden Themen, rund um das Coaching.
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