Eine radikale Ansage an alle die permanent gestresst durchs Leben laufen und bei jeder Kleinigkeit aus ihrer inneren Mitte taumeln.

Was genau ist Stress und was hat es mit diesem positiven Stress auf sich? Der soll ja gut sein. Also Stress der gesund ist? Grund genug für mich sich darüber einige Gedanken zu machen und zu recherchieren. Herausgekommen ist etwas, was völlig verrückt ist und bei einigen wohl im Kopf einen Schalter umlegt. Bei mir war es so. Ich habe dadurch einiges gelernt. Ich freue mich, wenn auch du etwas mitnimmst.

Googelt man das Wort “Stress”, dann bekommt man eine Definition, die in etwas so klingt. “Stress entsteht immer dann, wenn wir uns bevorstehenden Belastungen (Aufgaben, Tätigkeiten oder Situationen) nicht gewachsen fühlen. Es stellt sich ein Gefühl der Überforderung ein, und unser Körper beginnt damit in den “Kampf oder Flucht Modus” zu schalten.
In einem Teilbereich unseres Gehirns befindet sich die Amygdala, sie ist Teil unseres limbischen Systems und somit, gemeinsam mit dem Hippocampus, zuständig für die emotionale Bewertung von Situationen wie zum Beispiel Gefahren. Wird eine bestimmte Situation als gefährlich eingestuft, leitet die Amygdala entsprechende vegetativen Reaktionen dazu ein. Das heißt im Klartext, unser Körper erkennt eine Gefahr und reagiert entsprechend, und zwar so, wie es sich in den letzten zigtausenden Jahren bewährt hat. Das Blut fließt vorwiegend in die Beine um sie verstärkt mit Sauerstoff zu versorgen. Schließlich wird dort erstmal Power benötigt sei es nun, um zu kämpfen oder zu flüchten. In der der heutigen Zeit rennt niemand weg oder fordert den cholerischen Chef zum Kampf heraus.

 

Wir halten die Situation aus, baden in den Hormonen Cortisol und Adrenalin. Dadurch das unser Blut nun vorwiegend die Beine mit Sauerstoff versorgt, kann es im Extremfall zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn kommen. Der darauffolgende Schwindel oder gar Ohnmacht ist eine Schutzfunktion unseres Körpers. Fallen wir auf den Boden sind wir in der “Waagrechten” das Blut kann wieder ins Gehirn fliesen und es somit mit Sauerstoff versorgen. Das ist im Übrigen auch der Grund warum die Beine, nach einem Schock immer hochgelegt werden sollten.

Was passiert in unserem Körper, wenn er einer extrem stressigen Situation ausgesetzt ist?
1. Der Herzschlag beschleunigt sich –> Alle wichtigen Regionen im Körper sollen damit versorg werden
2. Das Immunsystem fährt in den Keller –> Damit Verletzungen im Kampf sich nicht gleich entzünden
3. Das Verdauungssystem setzt in dieser Zeit aus –> Es ist nicht von Vorteil mitten im Kampf oder auf der Flucht auf Toilette gehen zu müssen.
4. Wir beginnen zu schwitzen –> Unsere Haut wird glitschig und wir sind dadurch nicht mehr so leicht zu packen.
5. Der Sexualtrieb geht gegen Null –> wäre ja eher hinderlich im Kampf noch kurz innezuhalten, um einer hübschen Frau hinterher zu sehen.
6. Das Gehirn fokussiert sich auf Kampf oder Flucht –> Wir blenden alles andere aus, haben einen Tunnelblick

Du stimmst mir sicherlich zu, dass diese Schutzfunktionen in der Steinzeit sehr hilfreich waren. Es half uns sich gegen Feinde zu verteidigen oder vor einem Säbelzahntiger davon zu laufen.
Wenn ich nun diese Situation in die Gegenwart übertrage, handelt es sich um eine permanente Überforderung, von der jemand glaubt, nicht genügend Ressourcen zu haben, um sie zu lösen.

Während in der Steinzeit der Kampf irgendwann aufhört oder die Flucht hoffentlich gelungen ist, sind wir bei einer permanenten Überforderung Bsp. im Job, über Jahre dieser Situation ausgesetzt.

In Bezug auf das was im Körper bei extremer Überforderung passiert, heißt das:
Wir haben einen Manager mit:
1. Bluthochdruck
2. Der kränklich Medikamente schluckt
3. An Verstopfung leidet
4. Immer etwas nach Schweiß müffelt
5. Keinen Bock mehr auf Sex hat
6. Nur halb bei der Sache ist, wenn er sich unterhält

Früher oder später sagt dann das Gehirn zum Körper:”Kümmer du dich um ihn/sie auf mich hört er/sie einfach nicht.” Sobald der Körper sich darum kümmert, werden wir krank, bekommen ein Burnout oder eine Depression.

In der Gehirn&Geist Ausgabe 01/2020 wird in einem Artikel folgende Kernaussage getätigt. Es liegt an unserer inneren Einstellung, ob wir gestresst sind oder nicht. Während die einen Menschen eine Aufgabe als Herausforderung betrachten, sehen die anderen ein Problem darin. Es folgen noch einige hilfreiche Hinweise, unter anderem Meditation und Auszeiten, um diesen Change im Kopf hinzubekommen.
Ab da bin ich raus!

Hier meine radikale Ansage an alle die permanent gestresst durchs Leben laufen und bei jeder Kleinigkeit aus ihrer inneren Mitte taumeln.
Kennt ihr den Spruch: “Der Weg ist das Ziel?” Übersetzt heißt das für mich: “Tue das was du liebst.”
Wenn du dich ähnlich fühlst wie unser Manager, den ich gerade beschrieben habe, dann bist du einfach auf dem falschen Weg. Da nutzt es auch nicht zu Meditieren, weil du es eh in dem Zustand nicht auf die Reihe bekommst. Menschen die Aufgaben und Probleme als Herausforderung betrachten, sind auf dem richtigen Weg. Alle anderen sind irgendwann falsch abgebogen. Das Gute daran ist, dass du jederzeit deinen Kurs korrigieren kannst. Der Schlüssel hierzu heißt “Veränderung”. Der beste Ratgeber ist in diesem Fall übrigens mal nicht dein Verstand. Es ist der Teil deines Körpers, der wohl in den letzten Jahren eher ein Schattendasein geführt hat, aber trotzdem liebevoll für dich da ist.
Dein Herz.
Grüße es von mir, wenn du mit ihm in Kontakt trittst.

Nico Pirner ist NLP Lehrtrainer und systemischer Coach  in Nürnberg. Neben den Coachings, die online und auch vor Ort stattfinden, bildet er in Nürnberg NLP Basic und Practitioner aus. Er ist Fachbuchautor und hält leidenschaftlich gerne Onlinepräsentationen zu neuen spannenden Themen, rund um das Coaching.
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