Was hat es mit dem “NICHT” auf sich?

Was hat es eigentlich mit dem Wörtchen “nicht” auf sich? Mit dem “nicht” ist es so eine Sache. Es scheint ein echt magisches Wort zu sein. So hilft es sogar Buchautoren mit dem Titel “Denken Sie nicht an einen rosaroten Elefanten” zu ungeahnten Verkaufszahlen. Nur was steckt psychologisch dahinter? In diesem Blogartikel gehen wir diesem Zauber auf den Grund.

Ein “NICHT” kann dich behindern

In vielen Coachings wird man dich vor dem Wörtchen “nicht” warnen. Auf keinen Fall darfst du es in deine Formulierung für einen Zielesatz einbauen. Der Grund scheint einfach, dein Gehirn versteht dieses Wort “nicht” einfach nicht. Beispiele gibt es hierfür massenweise, so hatte ich einen Kollegen  der sich den Zielesatz: ” Ich will nicht mehr rauchen” gesetzt hatte und dadurch immer mehr geraucht hat. Der Klassiker ist, wenn die Mami dem kleinen  Sprössling Thorben-Hendrik beim Spurt auf dem Spielplatz hinterher ruft “Fall nicht hin, oh schon passiert.”

Wie geht unser Gehirn mit einem “NICHT” um?

Was passiert da in unserem Gehirn? Zuerst gilt es, unser Motivationsverhalten etwas näher zu untersuchen. Die meisten von uns sind eindeutig “weg von” getrieben. Weg von Schmerz, weg von Misserfolg. Jeder von uns weiß eben zuerst was er nicht möchte. Da ist es schon wieder unser Wörtchen “nicht”. Es herrscht eine gewisse Vermeidungskultur, dabei wäre die “hin zu” Strategie eine weitaus bessere.

Ein Beispiel:
Wenn es um das Thema Prävention geht, ist es sinnvoll die Voruntersuchungen beim Zahnarzt einzuhalten. Somit wäre dies eine “hin zu” Strategie. Hin zu gesunden Zähnen und somit schmerzfrei.

Sehr oft passiert es aber, dass wir eine “weg von” Strategie wählen und am Ende mit einem “weg von” Schmerz beim Notdienst des Zahnarztes landen.

Zudem wissen wir immer genau das was wir NICHT wollen. Es scheint uns so viel einfacher zu sein. Dadurch das wir Dinge lieber vermeiden, ist es nur logisch, dass sich das Wörtchen NICHT immer wieder einschleicht.

 

Hin zu oder weg von??

Viele Coaches erklären lang und breit ihren Klienten, dass das Gehirn das Wort “nicht” einfach nicht verstehen kann. Das ist nicht richtig. Den vielmehr ist es so, dass sich unser Gehirn erst einmal die Situation vorstellen muss, um sie dann zu verneinen. “Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten” es wird sich der rosa Elefant vorgestellt um dann zum Entschluss zu kommen, dies nicht zu tun. Bei Sätzen mit nicht hat unser Gehirn immer einen Schritt mehr den es zu denken hat. Ein Satz wie: “Es ist nicht ungefährlich diesen Steg am See zu benutzen” ist so ein typischer Satz. Deshalb solltest du bei Zielesätzen und bei deiner Kommunikation versuchen darauf zu verzichten. Du wirkst so auch klarer und viel direkter in einer Unterhaltung.

So kannst du zum Beispiel statt: “Ich will nicht mehr rauchen.” den Satz umformulieren in “Ab morgen genieße ich mein neues rauchfreies Leben und bin stolz etwas für meine Gesundheit zu tun”So ein Satz ist erstens klarer, verbindlicher und ich finde auch das er viel energetischer ist als: “Ich will nicht mehr rauchen.”

Hier noch ein weiterer Vergleich:
Ich will nicht mehr rauchen. –> weg vom Rauchen
Ab morgen genieße ich mein neues rauchfreies Leben und bin stolz etwas für meine Gesundheit zu tun. –> hin zu Gesundheit und innere Stärke.

Glaube mir, mit viel mehr “hin zu” erreichst du im Leben deine Ziele einfacher und fast wie von selbst. Deshalb solltest du dir beim Entwerfen deines Zielesatzes ordentlich Zeit nehmen.

Nico Pirner ist NLP Lehrtrainer und systemischer Coach  in Nürnberg. Neben den Coachings, die online und auch vor Ort stattfinden, bildet er in Nürnberg NLP Basic und Practitioner aus. Er ist Fachbuchautor und hält leidenschaftlich gerne Onlinepräsentationen zu neuen spannenden Themen, rund um das Coaching.
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