Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, nach welchem Grundsatz unser Gehirn lebt. Nachdem ich einige Bücher zum Thema “Neurowissenschaften“ studiert hatte, wurde es mir klar. Oberster Grundsatz unseres Gehirns ist: „Energie sparen“. Genau deshalb fällt es uns so derart schwer Veränderungen zu begegnen oder selbst nachhaltige Veränderungen einzuleiten. Ein Blick zurück in die Steinzeit, zeigt auch warum das so ist. Unser Gehirn denkt noch immer in den alten Mustern von damals, als es darum ging Probleme zu lösen. In der Steinzeit war es auch das optimale System für uns Menschen. Immer mal wieder fanden unsere Vorfahren ein paar Beeren, die sie dann mit großem Genuss gemeinsam verzehrten. Danach kam wieder eine Zeit der Entbehrung und des Hungerns. Unser Gehirn half unseren Vorfahren damals Kraft zu sparen. Heute ist das nicht mehr nötig wir haben Nahrungsmittel im Überfluss und unsere Umwelt ist im stetigen Wandel. Dies führt dazu, dass es durch dieses nützliche System von damals, heute zu Problemen kommen kann. Wie mächtig diese Systeme von damals heute noch sind, spüren wir tagtäglich. Wir wissen, dass es gesünder ist mit dem Rauchen aufzuhören. Wir wissen, dass wir für die Prüfung nächste Woche lernen sollten. Stattdessen schieben wir die To Do´s vor uns her und fühlen uns dabei schlecht. Wie stark diese alten Systeme in uns sind, sehen wir allein daran das der Verstand es begriffen hat, der Rest von uns aber trotzdem nicht in die Gänge kommt, witzig, oder? Wir bleiben in unserer Komfortzone, obwohl wir wissen, dass es ohne das Verlassen dieses vertrauten Lebensbereichs, keine Weiterentwicklung gibt. Das Verweilen in der Komfortzone hat auch was mit der Angst vor dem Scheitern zu tun. Heinz Riesenhuber (deutscher Politiker) brachte es damals auf den Punkt, in dem er sagte: „Wer sein Leben so einrichtet, dass er niemals auf die Schnauze fallen kann, der kann auch nur auf dem Bauch kriechen.“ Dieses Zitat fast in einem Satz zusammen, wie wichtig es ist, auch einmal etwas Neues auszuprobieren. Das Neue das völlig überrascht in unser Leben kommt, zu begrüßen oder es vielleicht auch nur anzunehmen.

Aus der Hirnforschung ist sehr viel darüber bekannt, warum wir Menschen so sind wie wir sind. Bis zum zwölften Lebensjahr wird unser Gehirn individuell verschaltet und mit Daten gefüttert wie bei einem Computer. Unser Temperament und auch unsere Persönlichkeit sind dann komplett entwickelt. Das war es dann, so sind wir und so bleiben wir auch. Selbst eine Therapie kann kaum noch was bewirken. „Wie? Soll das etwa heißen alle Therapien und Coachings sind umsonst und bewirken nichts?“ magst du dich vielleicht jetzt fragen. Nein das stimmt nicht, ganz im Gegenteil, beides ist hoch effektiv. Beides baut darauf auf, dass unser Gehirn bis ins hohe Alter lernen kann. Das nennt sich Neuroplastizität. Während unsere Persönlichkeit erstmal der Stamm unseres Wesens abbildet, kommen jetzt noch Äste hinzu. Diese Äste können gepflegt werden und immer weitere Verästelungen hervorbringen. Dies passiert immer dann, wenn wir uns mit großer Motivation über einen längeren Zeitraum einem Thema widmen. Nach einiger Zeit entwickeln wir uns zu Experten auf diesem Gebiet und beginnen, durch unser dichtes Blätterwerk, neue Informationen (das könnten jetzt Regentropfen sein, um bei der Metapher zu bleiben) viel leichter und in größeren Mengen auf.

Wäre da nicht immer mal wieder die Komfortzone mit ihren alten Systemen aus der Steinzeit und Glaubenssätze, die uns selbst sabotieren.

Hier sind fünf Tipps für dich, mit denen du garantiert ins Handeln kommst:

  1. Wage den ersten Schritt, um deine Aufgabe anzugehen. Bist du den ersten Schritt erst einmal gegangen, ist das wirklich schon die halbe Miete. Die Wahrscheinlichkeit, dass du in den alten State zurückfällst, ist nun viel geringer
  2. Mach aus der bevorstehenden Aufgabe, lauter winzige Mini-Aufgaben. Streng nach dem alten Leitsatz: “Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück.“
  3. Nutze analoge Todo Listen. Kauf dir ein schönes Moleskine Büchlein, in das du die Mini-Aufgaben einträgst. Alle Todo Listen über das Tablet und Handy lenken dich nur ab. Zu schnell willst du noch schnell die eine Freundschaftsanfrage auf Facebook checken, schon bleibst du dort hängen.
  4. Setze klare Deadlines und erzeuge somit eine gewissen Dringlichkeit für deine Mini-Aufgaben. Wie auch bei der Aufgabenaufteilung, nicht zu viel und auf einmal.
  5. Male dein Zielbild. Wie wird es sich anfühlen, wenn Du die Aufgabe erledigt hast? Was ist dann besser? (eventuell ist der Druck dann auch weg?) Stelle dir vor, wie es sein wird, wenn du es geschafft hast.

Nico Pirner ist NLP Lehrtrainer und systemischer Coach  in Nürnberg. Neben den Coachings, die online und auch vor Ort stattfinden, bildet er in Nürnberg NLP Basic und Practitioner aus. Er ist Fachbuchautor und hält leidenschaftlich gerne Onlinepräsentationen zu neuen spannenden Themen, rund um das Coaching.
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