Kürzlich hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer Frau im Bekanntenkreis. Sie begann das Gespräch mit dem Satz: “Ich werde mich nie wieder als Arzthelferin bewerben.“ Als Coach ist das natürlich eine Einladung, sich tiefer mit diesem Statement zu beschäftigen. So eine Aussage zieht uns Coaches ja irgendwie magisch an und so habe ich da natürlich nachgehakt.

Die Frau erzählte daraufhin folgendes: „An meinen ersten Arbeitstag wurde die Kollegin, für die ich eingestellt wurde, tränenreich verabschiedet. Von der Chefin kam die Ansage, dass ich die Lücke der ausscheidenden Kollegin zu ersetzen hätte. Schnell habe ich bemerkt, dass ich nicht nur die Arbeit, sondern auch die Charaktereigenschaften meiner Vorgängern ersetzen sollte. Was folgte war ein Eiertanz zwischen der Erfüllung meiner Aufgaben und der Nichterfüllung von Erwartungen meines Verhaltens bezüglich meiner Vorgängerin. Kurz vor dem Ende meiner Probezeit wurde ich in das Büro meiner Chefin gerufen. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht den Anforderungen entsprochen hätte und deshalb gekündigt bin. Nach dieser Erfahrung ging es mir derart schlecht, dass ich mich in eine psychiatrische Behandlung begeben wollte. So sehr hat mich das mitgenommen. Noch heute leide ich unter dieser Erfahrung. Ich glaube oft, anderen nicht genügen zu können.“

Ich habe über dieses Erlebnis dieser Frau sehr lange und intensiv nachgedacht. Ist das jetzt eine klassische Klientin für ein Coaching? Vielleicht sollte sich ein Therapeut um sie kümmern. Ihr angsthemmende Medikamente verschreiben mit dem Hinweis, dass diese auf keinen Fall süchtig machen? Ich habe sehr oft Klienten bei mir im Coaching die derartige Erfahrungen gemacht haben. Oft kann ich helfen, es erfordert aber eine gewisse Offenheit des Klienten und wir arbeiten auch an Themen die analog dazu in der Vergangenheit stattgefunden haben.

Coaching soll im Menschen eine Weiterentwicklung anstoßen, es soll die vorhanden Stärken eines Menschen noch besser zur Geltung bringen. Es ist Selbstreflexion und das Lösen von inneren Handbremsen (limitierende Glaubenssätze). Es ist Hilfe zur Selbsthilfe bei der Erreichung von Zielen und der Definition eigener Werte. Es ist sicher noch viel mehr. Ja es hilft auch Menschen die derart harte Prägungen erlitten haben, wie die Frau die sich nie wieder als Arzthelferin bewerben möchte. Ich glaube aber das Coaching eine noch viel viel wichtigere Aufgabe erfüllen sollte, die derzeit absolut unterschätzt wird.

Der Schlüssel liegt meiner Meinung nach in der Prävention. Es also gar nicht so weit kommen zu lassen. Menschen die bereits Tools zur Stärkung der inneren Autorität und Selbstreflexion verinnerlicht haben, besitzen die mentale Stärke in derartigen Extremsituationen zu erkennen, dass es eben nicht ihr Problem ist, sondern das Problem der Chefin, die einen 1:1 Ersatz für die Mitarbeiterin sucht aber nie finden wird. Deshalb muss man sich nicht jedes Jahr für teures Geld eine Ausbildung machen. Es reicht völlig aus, sich sein individuelles Coaching-Pensum zu gönnen, sich aber auch danach in der Gruppe auszutauschen und Feedback geben zu lassen. Von Menschen die einen kennen, aber diesen gewissen Abstand zu einem haben um nicht RatSchläge zu geben die doch wieder dem Eigennutz dienen.

Leider ist es so, dass viele Menschen einer „Weg von“ Strategie folgen. Weg von Schmerz

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist daraus ein attraktives „Hin zu“ zu bauen.

Löst euch davon, das Coaches nur in eurem Kopf Gedanken verdrehen und in der Vergangenheit schmerzhaft herumfuhrwerken…und dafür teures Geld verlangen.

Ein Coach kann im Vorfeld helfen, dass Menschen im Nachgang zum Therapeuten gehen müssen, indem er deine Persönlichkeit stärkt und als Wegbegleiter in der schwierigen Phase da ist.

 

Gerne unterstütze ich dich dabei

Nico Pirner ist NLP Lehrtrainer und systemischer Coach  in Nürnberg. Neben den Coachings, die online und auch vor Ort stattfinden, bildet er in Nürnberg NLP Basic und Practitioner aus. Er ist Fachbuchautor und hält leidenschaftlich gerne Onlinepräsentationen zu neuen spannenden Themen, rund um das Coaching.
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